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Welcher Atemtyp bist DU?!

  • Kyra Brandenburg
  • 5. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit
Mann steht mit weit ausgebreiteten Armen auf einem Felsen und schaut mit dem Rücken zu uns in den Abendhimmel.

Unser Atem ist für uns lebenswichtig. Ohne den Atem sind wir tot. Dennoch wird der Atem in der Regel als selbstverständlich angesehen und in seiner Wichtigkeit meist unterschätzt.


Viele wissen nicht, dass es zwei unterschiedliche Grundtypen gibt: den lunaren Einatmer und den solaren Ausatmer. Je nach dem welcher Atemtyp wir sind, hat das unterschiedliche Auswirkungen auf unsere Persönlichkeit, unser Wohlbefinden, unser Leben, unsere Ausdrucksweise sowie unsere Fitness. Beide reagieren unterschiedlich auf Belastung, kommunizieren anders und bewegen sich mit einem eigenen Grundrhythmus durch den Alltag. Ein seltener Mischtyp – der Fragezeichentyp – zeigt Merkmale beider Seiten.


Wer seinen Atemtyp versteht, kann stressärmer leben, kraftvoller handeln und sich bewusster regenerieren.


So stellst du fest welcher Atemtyp DU bist:

Stell die vor du öffnest ein schwer verschlossenes Gurkenglas oder hebst etwas schweres hoch. WIE atmest du? Holst Du Luft, hälst kurz inne und öffnest das Glas (= lunarer Einatmer) oder holst du Luft und öffnest beim Ausatmen das Glas (= solarer Ausatmer)?



Der lunare Einatmer und der solare Ausatmer

– wie diese unterschiedlichen Atemtypen unser Sein beeinflussen


a) Der lunare Einatmer

Der lunare Einatmer hat seine stärkste Phase beim Einatmen. Er spürt diesen Moment besonders deutlich, während die Ausatmung eher passiv und leicht verläuft. Mit der Einatmung richtet sich der Oberkörper häufig nach oben oder leicht nach hinten aus: Der Brustkorb weitet sich, die Schultern öffnen, und es entsteht ganz natürlich eine offene, empfangende Haltung.


Diese wirkt sich auch auf manche spirituellen Techniken aus, wie beispielsweise auf das Singen: Der lunare Einatmer holt Luft und bleibt dann während des Singens in dieser geöffneten Haltung, während er ausatmet und Klang entstehen lässt. Der Fokus bleibt dabei auf der Weite, die durch die Einatmung aufgebaut wurde.


Typische Merkmale des lunaren Einatmers:

Die stärkere Seite des lunaren Einatmers ist die rechte Körperseite. Er kommt durch Bewegung in seine Kraft – nicht durch Ruhe. Für ihn bedeutet Erholung oft nicht, nach der Arbeit auf dem Sofa einen Film zu schauen, sondern sich zu bewegen, spazieren zu gehen oder Sport zu machen. Auch zeigt sich dieser Drang nach Bewegung in seiner Ausdrucksweise. Der Einatmer unterstreicht seine Worte gern mit Gestik, mit lebendigen Bewegungen der Hände und Arme. Wie der Mond in einem stetigen Wandel ist, so braucht auch der Einatmer sein natürliche Bewegungsfreiheit.


Wird der Einatmer jedoch gezwungen, sich über längere Zeit still zu verhalten, wirkt sich das deutlich auf sein Wohlbefinden aus. Er fühlt sich ausgebremst und verliert seine Lust am Leben sowie seine Lebenskraft. Dadurch kann er phlegmatisch, energielos, depressiv oder stumpf werden oder sich wie „wegdämmernd“ fühlen – ganz einfach, weil er gegen seine natürliche Art lebt.


Auch seine Schlafposition spiegelt sein Atemmuster wieder: Viele Einatmer schlafen bevorzugt auf der rechten Seite oder auf dem Rücken. Besonders in Rückenlage kann sich die natürliche Weite des Brustkorbs gut entfalten, was sich für diesen Typ stimmig und entlastend anfühlt.


Zudem sind lunare Einatmer eher Nachtmenschen, die besonders gut in der Nacht arbeiten können und dann morgens länger schlafen.


Der grundlegende natürliche Seinszustand des lunaren Einatmers ist Bewegung, Spontanität und ein intuitives Reagieren auf die Impulse des Lebens. Deshalb fühlt er sich häufig in einer eher weiblich geprägten Einweihungs- oder Erfahrungswelt zu Hause – geprägt von Zyklen, Wandel, Intuition, spontanen Prozessen und mündlicher Weitergabe von Wissen.



b) Der solare Ausatmer 

Beim solaren Ausatmer ist die Ausatmung die starke, bestimmende Phase. Die Einatmung geschieht eher schnell und und passiv, während das Ausatmen kraftvoll, tragend und richtungsgebend ist. Mit dem Ausatmen stellt der solare Typ seine eigene Energie bewusst zur Verfügung – hier findet die Entfaltung seiner inneren Stärke statt.

Körperlich zeigt sich dies oft durch eine leichte Kontraktion: Kopf und Kinn neigen eher nach unten oder vorne, die Schultern gehen etwas zusammen, und es entsteht eine insgesamt geschlossene, sammelnde Haltung, die Stabilität vermittelt.

Auch beim Singen zeigt sich dieses Muster deutlich: Die Einatmung erfolgt zügig durch die Nase, während die Gestaltung der Töne über die Ausatmung geschieht. Der Fokus liegt auf dem kontrollierten, klangbildenden Ausströmen der Luft.


Typische Merkmale des solaren Ausatmers:

Die stärkere Körperseite des solaren Ausatmers ist die linke Seite. Er findet seine Energie nicht in Bewegung, sondern in Ruhe und Stille. Konzentration, Versenkung und Innenschau sind seine natürlichen Quellen der Kraft – ähnlich wie man es von der klassischen Buddhafigur kennt. Meditation in Stille passt daher besonders gut zu ihm, während der lunare Einatmer eher in dynamischen Formen wie der Gehmeditation zu Hause ist.


Seine Ausdrucksweise ist häufig ruhig, zentriert und wenig gestikbetont. Je mehr ein solarer Ausatmer zur Ruhe kommt, desto stärker fühlt er sich mit sich selbst verbunden. Auf diese Art und Weise können solare Ausamter in stressigen oder unruhigen Situationen für andere zum Ruhepol werden.


Wird der Ausatmer jedoch gezwungen, ständig aktiv oder in Bewegung zu sein, verliert er seine Zentrierung. Dauerhafte äußere Aktivität führt dazu, dass er sich „unter Strom“ fühlt – langfristig kann dies zu Erschöpfung und innerem Ausbrennen führen.


Der Ausatmer hat seine natürliche Schlafposition auf der linken Seite oder auf dem Bauch. Die leichte Kompression des Brustkorbs wirkt beruhigend und unterstützt sein Bedürfnis nach Sammlung und Struktur.


Solare Ausatmer sind eher tagaktive Menschen. Sie stehen gern früher auf oder erleben über den Tag verteilt ihre stärksten Energiephasen.


Der grundlegende natürliche Seinszustand des solaren Ausatmers ist die Stille, Struktur und geistige Klarheit. Daher fühlt er sich oft in eher „männlich“ geprägten Einweihungswegen zu Hause – solchen, die von Geist, Form, Ordnung, Wissen und innerer Sammlung geprägt sind.



c) Der Fragezeichentyp – Mischtyp zwischen Einatmer und Ausatmer

Der Fragezeichentyp liegt zwischen lunarem Einatmer und solarem Ausatmer, weil sich in ihm beide Atemqualitäten nahezu gleich stark zeigen. Er verfügt sowohl über die weiche, weite, mondhafte Einatemkraft als auch über die fokussierte, strukturierende Sonnenenergie der Ausatmung. Dadurch entsteht kein eindeutiges „Übergewicht“ einer Seite, sondern ein Wechselspiel beider Prinzipien.


Was kennzeichnet ihn?

Der Fragezeichentyp zeichnet sich durch eine besondere Flexibilität und hohe Anpassungsfähigkeit aus. Er bewegt sich zwischen Ruhe und Aktivität und verbindet Sensibilität mit Handlungsbereitschaft. Gleichzeitig fällt es ihm jedoch manchmal schwer, den eigenen inneren Grundrhythmus klar zu erkennen, da er leicht auf äußere Einflüsse reagiert. In Stresssituationen führt das dazu, dass er nicht immer sofort spürt, welche Atemrichtung oder Regulation ihm wirklich guttut, was kurzfristig Unsicherheit oder innere Unruhe auslösen kann.


Um mehr Klarheit zu gewinnen, hilft es diesem Atemtyp, beide Atemrichtungen bewusst auszuprobieren – also sowohl lunare Einatemphasen als auch solare Ausatemphasen zu üben und zu spüren, was im jeweiligen Moment nährt oder stabilisiert.


Fazit

Unser Atemtyp birgt einen inneren Grundrhythmus. Wenn wir diesen erkennen, können wir unseren Alltag gesünder, entspannter und klarer gestalten, denn er zeigt uns, was uns stärkt, was uns stresst und wie wir unsere Energie bewusst lenken können.


PS: Unter diesem Link kannst du entdecken, welcher Atemtyp du bist:


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