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Das kleine Wörtchen „MUSS“ – klein, aber mit großer Wirkung!

12. Mai
2 Min. Lesezeit
Das Wort „MUSS“ steht durchgestrichen auf einem zerknüllten Zettel. Daneben liegt ein Block auf dem die Worte „möchte“, „will“, „plane“, "gehe" und "kaufen" stehen.

Das kleine Wörtchen „MUSS“ – wie oft verwenden wir es im Alltag ganz selbstverständlich als Füllwort für die unterschiedlichsten Tätigkeiten.


Ich muss dies, ich muss dass, ich muss dorthin, ich muss, ich muss, ich muss …. Aus Spaß kannst du dir ja mal eine Strichliste für einen Tag führen, wie oft dir dieses Wort an diesem Tag begegnet – entweder bei anderen oder bei dir selbst.


Dies erzeugt sowohl bei uns, als auch bei unserem Gegenüber oder in unserem Umfeld Druck. Und meistens sind wir uns dessen gar nicht bewusst.


Vor vielen Jahren habe ich deshalb begonnen, das Wort „MUSS“ bewusst aus meinem Sprachschatz zu streichen und angefangen meine Sätze anders zu formulieren. Ich hatte irgendwo gelesen, dass dies Druck erzeugen kann, und wollte ausprobieren, inwieweit das tatsächlich stimmt.


Also begann ich bewusst darauf zu achten, das Wort „MUSS“ in meinen Gesprächen möglichst zu vermeiden und das, was ich sagen wollte, anders auszudrücken.


Dabei ist mir aufgefallen, wie häufig dieses Wort ganz generell verwendet wird. Es ist tatsächlich regelrecht schwierig es nicht zu benutzen, denn man sagt schnell mal „Ich muss noch … “ . Ebenso ist mir aufgefallen, das „MUSS“ für viele unterschiedliche Tätigkeiten und Situationen verwendet wird, vermutlich weil es einfacher und bequemer ist. Denn möchte man das Wort vermeiden, ist man aufgerufen, bewusster, präziser und manchmal auch etwas ausführlicher zu formulieren.


Ich möchte dazu gerne ein Beispiel geben. Lies selbst und nimm den Unterschied einmal bewusst wahr.


Statt:

„Ich muss jetzt noch einkaufen gehen.“ - was ausdrückt, dass man sich gezwungen fühlt einkaufen zu gehen, könnten je nach innerem Zustand auch folgende Sätze formuliert werden:


→ „Ich will später noch einkaufen gehen.“

→ „Ich möchte später noch einkaufen gehen.“

→ „Ich plane später noch einkaufen zu gehen.“

→ „Ich gehe später noch einkaufen.“

→ „Ich kaufe später noch ein.“


Jeder dieser Sätze, ganz ohne das Wort „MUSS“, drückt einen etwas anderen inneren Zustand aus:


„Ich will später noch einkaufen gehen.“ und „Ich möchte später noch einkaufen gehen.“ drücken eher den eigenen Willen bzw. den Wunsch aus einkaufen zu gehen.


„Ich plane später noch einkaufen zu gehen.“ drückt aus, dass man es plant. Es bleibt offen, ob man es später macht oder nicht. Die gibt innerlich mehr Freiheit und Luft zur Entscheidung.


„Ich gehe später noch einkaufen.“ und „Ich kaufe später noch ein.“ drücken aus, dass man einkaufen geht, einfach weil man etwas benötigt oder aus sonstigen Gründen. Dabei entsteht deutlich weniger Druck. Es ist eine neutrale Aussage darüber, dass man etwas tut – Punkt.



Es ist wertvoll, sich das bewusst zu machen, auch wenn es „nur“ um ein einziges Wort geht.

Ich möchte dich dazu anregen, das selbst einmal auszuprobieren. Versuche für eine gewisse Zeit, das Wort „MUSS“ möglichst aus deinem Wortschatz zu streichen, und beobachte, was sich dadurch verändert.


Selbst mir fällt heute – nach vielen Jahren der praktischen Anwendung – hin und wieder auf, dass ich noch „MUSS“-Sätze formuliere. Was nicht schlimm ist, sofern ich mir dessen bewusst bin. Denn überraschenderweise nimmt diese kleine Veränderung oft viel Druck aus dem Alltag heraus.


Simple in der Umsetzung (man kann sofort damit starten ohne Vorbereitung etc.), groß in der Wirkung. Probier es aus und entdecke selbst, wie viel mehr Leichtigkeit dadurch in deinem Alltag dadurch entstehen kann.





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