Vergiss Perfektion – Singen für Herz, Freude und Gemeinschaft
- 12. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. März

"Ich kann nicht singen!"
Diesen Satz höre ich sehr oft, wenn ich vom Chanten und heilsamen Singen erzähle - von der Gruppe, von den Liedern, von dem, was Singen bewirken kann.
Dieser Satz zeigt, wie sehr wir es heutzutage in unserer Gesellschaft verlernt haben zu singen – einfach aus der Freude und dem Spaß heraus, wie es in etlichen anderen Kulturen auf dieser Welt durchaus noch üblich ist und wie wir es auch beim Chanten praktizieren. Denn beim Chanten kann man sofort mitmachen, ganz ohne Vorkenntnisse.
In unserer Gesellschaft sind wir stark davon geprägt, dass unsere Stimme einen bestimmten Klang zu erzeugen hat, „schön“ klingen muss/soll, was durchaus im Auge beziehungsweise im Ohr des Betrachters liegt. Denn es kann ebenso schön und berührend sein, wenn jemand aus vollem Herzen mit seinem Gefühl singt, auch wenn der eine oder andere Ton dabei vielleicht schief klingen mag.
Sendungen wie „The Voice of Germany“, „Deutschland sucht den Superstar“ und ähnliche Formate fördern diese Haltung, dass man nur singen darf, wenn man „perfekt“ singt, also den Bewertungen entspricht, die einmal von bestimmten Menschen festgelegt wurden. Dabei zählt nicht die perfekte Stimme, sondern die Freude am Singen. Es geht darum, sich in einer Gruppe zu befinden, in der man nicht perfekt singen muss, sondern in der gemeinsam eine bestimmte Stimmung und Schwingung entsteht – sowohl zum Wohle aller als auch zum eigenen Wohl. Entscheidend ist, mit dem Herzen dabei zu sein. „Sing by hearth“- was im Englischen bedeutet „auswendig zu singen". Genau das tun wir beim Chanten auch, denn so kann man sich voll und ganz auf das Lied einlassen.
Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Gruppe von Frauen. Eine aus der Gruppe sagte, als wir über das Chanten sprachen: „Oh, nein, … also ICH kann überhaupt nicht singen. Ich war mal im Chor und der Chorleiter hat versucht, mich dazu zu bringen, dass ich meine Stimme halten soll … und es hat nicht funktioniert. Ich kann also nicht singen …“.
Was machen solche Erfahrungen mit einem Menschen?
Er fängt an, an sich und seiner Stimme zu zweifeln. Dabei ist die Stimme mit das Persönlichste, was man von sich zeigt, denn über die Stimme kommunizieren wir und teilen uns mit. Singen gehört zu den Urausdrucksformen der Menschheit und ist ein wichtiges „Werkzeug“ – sowohl für einen selbst als auch in dem Zusammensein in einer Gemeinschaft. In der Regel wird es als sehr wohltuend erlebt, wenn Menschen gemeinsam singen: sei es an einem Liederabend im Freien mit Gitarre am Lagerfeuer, auf einem Konzert, auf einer Feier oder bei einer Veranstaltung.
Auch für sich selbst zu summen, zu tönen oder zu singen ist sehr heilsam. Man hört wieder seine eigene Stimme, hört sich selbst wieder besser, nimmt sich selbst wieder wahr. Fängt man wieder an zu singen, kann dies im ersten Schritt sogar ein Gefühl von Traurigkeit auslösen, denn man widmet sich wieder etwas, was man lange vermisst hat - oft ohne es bewusst zu wissen. Auch stellt das Singen wieder Verbindungen her: zu sich selbst und zu der Umwelt.
Chants sind heilsame Lieder, die mehrfach wiederholt werden, so dass die Gedanken im Kopf sich beruhigen und man wieder immer mehr ins Gefühl kommt. Zusätzlich kann sich die Schwingung der kurzen Lieder immer mehr im Körper ausbreiten und vertiefen, so dass dieser in Schwingung kommt. Alle Teile im Körper erhalten dadurch die Informationen, die in einem Lied durch Text, Ton und Melodie hinterlegt sind, und geraten so auf verschiedenen Ebenen in Schwingung. Diese kann ein Thema (positiv oder negativ – beides ist möglich) sichtbar machen, das einen vielleicht unterschwellig beschäftigt. Ebenso kann dadurch die Verbindung zu bestimmten Energien, Wesenheiten, zu den Elementen oder zu sich selbst gestärkt werden. Alles darf und kann sein, muss aber nicht sein.
Ich biete eine Kombination aus Gemeinschaft und dem Wiederentdecken der eigenen Stimme an. Chanten Online bietet beides: eine Gruppe, die sich regelmäßig trifft, und gleichzeitig die Möglichkeit, sich selbst mit der eigenen Stimme zu hören. Man kann sich somit selbst ungestört wahrnehmen und spüren. Gerade das ist etwas, was heutzutage bei vielen Menschen verloren gegangen ist und wonach sie sich viele sehr sehnen: in sich zu Hause zu sein.
Wenn es dich ruft, melde dich gerne!
Ich freue mich über jeden Menschen, der wieder anfängt zu singen und dadurch wieder ein Stück mehr zu sich selbst findet, so wie es bei mir war und ist.



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